
Am 8. April 2016 stellte Çağıl Çayır im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Philosophy Unbound #9 – Musik“ in Wien den Vortrag „Beweg die Massen“ vor. Ausgangspunkt war die These, dass Rap nicht nur eine musikalische Ausdrucksform, sondern eine eigenständige Form philosophischer Tätigkeit sein kann. Im Mittelpunkt standen die Fragen nach Wahrheit, Erkenntnis, gesellschaftlicher Verantwortung und dem Verhältnis von Hip-Hop und akademischer Philosophie.
Die anschließende Diskussion zeigte ein überraschend großes Interesse an der Verbindung von Hip-Hop und Philosophie. Obwohl sich nur wenige regelmäßige Hip-Hop-Hörer im Publikum befanden, entwickelte sich ein intensiver Austausch über die philosophischen Grundlagen der Hip-Hop-Kultur.
Die Moderation griff insbesondere das Hip-Hop-Prinzip „Change the Game“ auf und stellte die Frage, ob sich der Vortragende selbst als „Game Changer“ verstehe. Aus dem Publikum kamen darüber hinaus Fragen zur Rolle der Frauen im Hip-Hop. Im Gespräch wurden historische Beispiele wie Lady of Rage sowie Lauryn Hill genannt und im Zusammenhang mit der Entwicklung der Hip-Hop-Kultur diskutiert.
Zum Abschluss wurde der Wunsch nach weiteren philosophischen Arbeiten zum Hip-Hop geäußert. Die Ankündigung eines philosophischen Hip-Hop-Albums und weiterer Projekte auf diesem Gebiet stieß auf großes Interesse. Die Veranstaltung machte deutlich, dass philosophische Perspektiven auf Hip-Hop weit über die eigentliche Szene hinaus auf ein aufgeschlossenes Publikum treffen und neue Zugänge zwischen Wissenschaft und Kultur eröffnen können.
Foto: Karoline Paier & Flora Löffelmann
Programm: https://philosophyunbound.tumblr.com/post/142025625817/philosophy-unbound-9-musik-programm


